
Startseite Haltungen Erfahrung schätzen
Erfahrung schätzen heißt, Wissen nicht nur aus Büchern zu erwarten.
Wer lange gelebt hat, weiß Dinge, die in keiner Fortbildung stehen. Dieses Wissen ist ungleich verteilt und wird selten abgefragt.
Erfahrung ist kein Rückblick. Sie steckt im Reparieren, im Kochen, im Erzählen und im Fragenstellen. Sie zeigt sich in dem, was jemand weglässt, und in dem, was jemand auffällt. Wo sie abgefragt wird, verändert sie Entscheidungen. Wo sie übergangen wird, entstehen Pläne, die ordentlich aussehen und im Alltag nicht halten.
Dieser Blick ist im Magazin am dünnsten vertreten. Vier Beiträge widmen sich ihm bisher, und das ist selbst eine Aussage über die Debatte. Über Erfahrung wird viel gesprochen, aber selten so, dass sie im Ablauf eines Tages tatsächlich vorkommt. Ein Tagesplan ohne die Erfahrung der Person ist ein Dienstplan. Eine Biografiekarte ohne ihr Einverständnis ist eine Akte.
Wer Erfahrung schätzen will, muss etwas abgeben: Zeit, Deutungshoheit, manchmal auch die eigene gute Idee. Das ist der unbequeme Teil dieser Haltung. Er lässt sich nicht delegieren, und er lässt sich nicht durch ein Formular erledigen.
Die Frage dieser Haltung
Welche Entscheidung würden Sie anders treffen, wenn Sie vorher fragen?
Alle Beiträge zu Erfahrung schätzen (4)



